Orthopädische Praxis Dr.med. Marek Barczak Orthopädie - Chirurgie - Rheumatologie
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Fußchirurgie, Zehen-Deformität (Hallux valgus)

 

Zehen-Deformität (Hallux valgus)

Bei der Hallux-valgus-Korrektur handelt es sich um ein therapeutisches Verfahren der Fußchirurgie, welches zur Behandlung des Hallux valgus (Schiefzehe) dient.

Der Hallux valgus stellt eine kombinierte Deformität des Fußes dar, die durch das Vorliegen einer Fehlstellung von sowohl der Großzehe im Zehengrundgelenk als auch einer Spreizung des Mittelfußes gekennzeichnet ist.

Ein wesentlicher Entstehungsmechanismus liegt in einer Schwäche des Bandes zwischen erstem und zweitem Mittelfußknochen. Im Sinne eines Bogen- und Sehne-Prinzips wird durch Sehnenzug die Krümmung der Zehe verstärkt.

Aktuell werden diverse Operationsmethoden zur Hallux-valgus-Korrektur genutzt.

Vor der Operation:

Abhängig von der Methode, kann nach vorheriger Aufklärung die chirurgische Behandlung entweder in Voll- oder Regionalnarkose oder in Lokalanästhesie durchgeführt werden.

Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen (z.B. Acetylsalicylsäure - ASS), sollten zeitgerecht vor einer Operation abgesetzt werden.

Vorausetzung ist auch eine entsprechende Röntgendiagnostik.

Operative Therapie bei einem Hallux valgus:

Distaler Weichteileingriff kombiniert mit Osteotomie (chirurgische Knochendurchtrennung)

  • Laterales Release: Hier wird nach Durchtrennung von Haut- und Unterhautgewebe die innen an der großen Zehe ansetzende Sehne durchtrennt und damit die Bewegung nach innen freigegeben. Dies setzt im Allgemeinen ein arthrosefreies Gelenk voraus.
  • Mediale Kapselraffung: Hier wird nach Durchtrennung von Haut- und Unterhautgewebe bei noch geringem Hallux valgus und elastischer Beweglichkeit die Kräftigung der inneren Gelenkkapsel durchgeführt. Dies erfordert meist das Abtragen eines vorhandenen Schleimbeutels und eines schmerzhaften Knochenauswuchses. Oft ist eine laterales Release zusammen mit einer medialen Kapselraffung erforderlich.
  • Basisosteotomie des Metatarsale I: Hier muss der erste Mittelfußknochen freigelegt werden. Dann nach Entnahme eines Knochekeiles erfolgt die Stabilisierung im vorher festgelegtem Winkel, dazu werden Schrauben, Platten oder Drahtstifte verwendet.
  • Chevron-Osteotomie: bei diesem relativ alten Operationsverfahren wird nach erfolgter Osteotomie des Mittelfußknochen I,  das hintere Knochenfragment nach außen verschoben und die Pseudoexostose entfernt. Prinzipiell ist der Ablauf der Operation mit der Basisosteotomie zu vergleichen.
  • Osteotomie der Grundphalanx: Obwohl diese Methode zum ersten Mal 1925 beschrieben wurde, wird sie heutzutage noch relativ häufig genutzt, da die Osteotomie der Grundphalanx mit weiteren chirurgischen Maßnahmen zur Korrektur eines Hallux valgus sehr gut kombiniert werden kann. Hierbei wird der Knochen an einer vorher festgelegten Stelle durchtrennt und der körperferne Teil nach außen verschoben. Die Fixierung erfolgt auch hier wie beschrieben.

Nach der Operation:

Einnahme einer schmerzlindernden Substanz wie zum Beispiel Ibuprofen.

Zur Reduktion der Schwellung und zum verbesserten Heilungsverlauf sollten das operierte Bein beziehungsweise der operierte Fuß eine Zeit lang geschont werden. Alle nutzbaren Gelenke sollten jedoch bewegt werden, um weitere Folgeschäden zu vermeiden.

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